Komplementäre Verknüpfung erhöht die Qualität der Forschung

Ob Forschungsinfrastruktur, Workshops oder Forschertreffen beim Barbecue: Dank der Community-Formate des Leistungszentrums Logistik und IT können die Entwickler des intelligenten Kleinladungsträgers »Emili« ihr Projekt noch intensiver vorantreiben.

Worum geht es im Projekt »Emili«?

Thomas Kirks: »Emili« ist die Abkürzung für »Ergonomischer, mobiler, interaktiver Ladungsträger für die Intralogistik«, entwickelt am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Sie ist das erste autonome Fahrerlose Transportfahrzeug, das eine intuitive Kommunikation mit dem Menschen ermöglicht. »Emili« lässt sich über Gesten steuern, heranwinken und fortschicken – und interagiert so direkt mit den Menschen in ihrer Umgebung.

Jana Jost: Seit der ersten Präsentation von »Emili« 2017 entwickeln wir das System immer weiter. Dabei adressieren wir nicht nur technologische Fragestellungen, sondern auch Themen wie Benutzerfreundlichkeit, d. h.: Wie können wir das System mit Blick auf den Menschen optimieren?

Welcher Mehrwert hat sich für diese Arbeiten durch das Leistungszentrum Logistik und IT ergeben?

Thomas Kirks: Das Leistungszentrum bündelt die Forschungskompetenzen unterschiedlicher Einrichtungen am Wissenschaftsstandort Dortmund. Darunter ist auch das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo). Die Mitarbeiter dort fokussieren sich auf Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit menschlicher Informationsverarbeitungsprozesse. Das ist genau das Know-how, das wir für unser Vorhaben – die Optimierung der Interaktion von »Emili« mit dem Menschen – benötigen.

Jana Jost: Bei der Konzeption von Fragebögen für Laboruntersuchungen konnten wir so auf vorhandenes Wissen zurückgreifen und uns die Auswertung letztlich auch mit dem IfADo aufteilen. Dieses Vorgehen spart Ressourcen und erhöht die Qualität nicht nur unserer Forschungsarbeiten, sondern von Forschung generell.

Von welchen Formaten des Leistungszentrums hat die Weiterentwicklung von »Emili« besonders profitiert?

Jana Jost: Durch den regelmäßigen Austausch zwischen den Research-Clans lassen sich immer neue Forschungspotenziale heben und konkrete Innovationen erzeugen. Auch das »Researchers´ BBQs« leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir unsere Projekte schneller vorantreiben können. Bei einer der letzten Veranstaltungen haben Vertreter der Research-Clans ihre Infrastrukturen und Kernkompetenzen genauer vorgestellt. Anschließend daran haben sich über ein Speed-Dating neue Partner gefunden. So werden wir nun gemeinsam mit dem Research-Clan »Digital Business Engineering« intensiv an Geschäftsmodellen für den Einsatz von »Emili« in unterschiedlichen Anwendungsbereichen arbeiten.

Thomas Kirks: Die unkomplizierte Nutzung der Forschungsinfrastruktur über alle beteiligten Institutionen am Wissenschaftsstandort Dortmund hinweg ist ebenfalls ein erfolgsentscheidender Faktor. Für eine weitere Studie zu »Emili« können wir beispielsweise das Forschungszentrum des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen der TU Dortmund nutzen und werden dort gemeinsam mit Mitarbeitern des Lehrstuhls und dem IfADo einen Versuchsaufbau in virtueller Realität realisieren. Dabei gehen wir der Frage nach, wie nahe sich Mensch und Technik kommen dürfen oder müssen, um effizient und vertrauensvoll miteinander zu arbeiten. Das Experiment werden wir dann real in der Forschungshalle für Zellulare Fördertechnik am Fraunhofer IML weiterführen.

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