Smart Devices werden in der Kommissionierung als Pick-by-Vision oder Pick-by-Voice für Instruktionen eingesetzt, um Informationen zum Artikel und Lagerungsort genau dann anzugeben, wenn der Kommissionierer/die Komissioniererin diese benötigt. Äußerst wichtig ist hierbei der Faktor der kognitiven Ergonomie: Die Informationen sollen genauso eingeblendet werden, wie der Mensch sie am besten mental verarbeiten kann, um Frust zu vermeiden.

Mitarbeiter vom Clan „Kognitive Ergonomie“ des Leistungszentrums vergleichen dabei die Leistung von Versuchsteilnehmern in einer simulierten Pick-Aufgabe im Labor. Die Versuchsteilnehmer gehen oder stehen auf einem Laufband, erhalten dabei Instruktionen zum Lösen mentaler Aufgaben über das Headset oder die Datenbrille und reagieren per Tastendruck über Joysticks. Im Fokus der Studie liegen die Auswirkungen von Gang und Smart Devices auf mentale Faktoren wie kognitive Flexibilität und selektive Aufmerksamkeit, die beide äußerst relevant für das Finden von Artikeln im Regal sind.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Probanden unter Verwendung des Headsets weniger kognitiv flexibel sind, d.h. weniger gut zwischen unterschiedlichen Aufgaben hin und herwechseln können, allerdings generell zügiger und genauer reagieren. Mit der Datenbrille sind Probanden zwar kognitiv flexibler, zeigen allerdings Einbußen bezüglich der selektiven Aufmerksamkeit beim Gehen, blenden irrelevante Inhalte dabei schlechter aus.

Die bevorzugte Verwendung einer Smart Device hängt also von der Art der Arbeitsaufgabe und der Umgebung ab: In unübersichtlichen Lagern stellt die Präsentation von Informationen über die Datenbrille beim Gehen möglicherweise ein potentielles Sicherheitsrisiko dar. Findet die Erledigung der Arbeit allerdings primär im Stehen statt, birgt die Verwendung der Datenbrille Vorzüge gegenüber dem Headset.

Ein Interview mit Dr. Magali Kreutzfeldt zu diesem Thema ist in der aktuellen Ausgabe der „Betrieblichen Prävention“ zu finden: https://www.beprdigital.de/ce/interview-smart-devices-unterstuetzung-oder-belastung/detail.html

Foto: Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo)